Trekking den Dolomiten auf historischen Pfaden des Ersten Weltkriegs.
Ausflüge zu den Schauplätzen des Ersten Weltkriegs
Das Val del Biois und seine Dolomiten waren während des Ersten Weltkriegs Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen italienischen und österreichischen Truppen.
Noch heute zeugen zahlreiche Spuren von diesem bedeutenden und blutigen Kapitel unserer Geschichte. Die Bleichen Berge (Monti Pallidi) bewahren dieses Erbe mit tiefem Respekt, damit Besucher auch heute noch innehalten und sich an diese Ereignisse erinnern können.
ALTA VIA DEI MONZONI
Vom Passo San Pellegrino (Sesselbahn Costabella) zur Ortschaft Fango (Valle di San Pellegrino)
Ein bisschen Geschichte…
Die kriegerischen Ereignisse in diesem Sektor der Dolomitenfront waren von entscheidender strategischer Bedeutung. Die Eroberung der Linie Monzoni – Costabella hätte den italienischen Truppen den Durchbruch ins Val di Fassa und nach Moena ermöglicht.
Dies hätte die Verteidigungspläne der Österreicher massiv erschüttert.
Die Cima Alochet wurde am 18. Juni 1915 von Bersaglieri erobert, musste jedoch aufgrund des verheerenden Feuers eines österreichischen Maschinengewehrs, das auf einem gegenüberliegenden Gipfel (Punta dell’Ort) in Stellung gebracht worden war, sofort wieder aufgegeben werden.
Anschliessend ließen sich die italienischen Truppen in den Schützengräben und Stellungen unterhalb des Colifon nieder und blieben dort bis Anfang November 1917, als sie nach der Niederlage von Caporetto diese Front verlassen mussten ,um sich am Piave niederzulassen.
Entlang des gesamten Bergrückens bis hin zur Cima Ricoleta, findet man heute noch zahlreiche Überreste militärischer Bauwerke: Unterstände, Kanonenstellungen, Schützengräben, die Fundamente alter Baracken und in den Fels geschlagene Eisenstrukturen. Auf dem letzten Abschnitt kannst du zudem die Ruinen des österreichischen Beobachtungspostens der Zigolade besichtigen.
Dolomiten zum Staunen…
Während deiner Wanderung ist ein kurzer Zwischenstopp ein absolutes Muss! Geniesse den atemberaubenden Blick auf die Bergketten des Cimon di Bocche, Lagorai, Latemar, Catinaccio und die Pale di San Martino.
In den Monaten Juni und Juli verwandelt sich der Gebirgskamm der Monzoni in ein wahres Farbenmeer. Die Natur erwacht zu neuem Leben, und eine intensive, prächtige Blütenpracht überzieht die umliegenden Almwiesen.
DIE SCHÜTZENGRÄBEN VON FANCH
Rundwanderung im Val di San Pellegrino
Ein bisschen Geschichte…..
In der Ortschaft Fanch, etwa auf halber Strecke des Val di San Pellegrino, verlief die zweite und stabilste Verteidigungslinie der Österreicher. Sie wurde auch als Widerstandslinie bezeichnet und war mit den zwei wichtigen Hochgebirgs-Außenposten der Costabella und der Cima Bocche verbunden.
Das Verteidigungssystem bestand aus bestens konstruierten Schützengräben, die mit strategischen Stellungen für Gewehre und Maschinengewehre ausgestattet waren.
Direkt hinter den Schützengräben, die sich über weite Strecken an beiden Talflanken hinaufzogen, waren Baracken für die Soldaten, sowie Lager und Depots verschiedenster Art errichtet worden.
Da der Fahrweg Richtung San Pellegrino in Fanch unterbrochen war, mussten von hier aus die Träger mit dem gesamten Nachschub starten, der zur Versorgung der Front in den Hochlagen bis hinauf zum Passo delle Selle bestimmt war.
Etwa einen Kilometer östlich von Fanch verliefen einst die Schützengraeben der ersten Linie. Heute sind diese nicht mehr sichtbar, da sie bereits in den 20er Jahren vollständig zugeschüttet wurden, um die Wiesen wieder für die Futtergewinnung nutzbar zu machen.
Vor Kurzem wurde jedoch in der Nähe des Toal de Ricoleta , am Nordhang des Haupttals, ein Tunnel entdeckt, der ein Teil dieser ersten Frontlinie gewesen sein muss.
Dolomiten zum Staunen…
Ein interessanter Aussichtspunkt mit Blick über das Val di San Pellegrino bis hin zu den Gipfeln Juribrutto ,der Cima Bocche und des Gronton .
Entlang der Strecke zwischen dem Ortsteil Fango und der Gallerien von Ricoletta stehen majestätisch über hundert Jahre alte Tannen und Lärchen .
Ortschaft Fanch (Valle di San Pellegrino)
Ortsteil Fango (Valle di San Pellegrino) – rundstrecke 1643m
2h 30m
Maximale Höhe 1823m – Höhenunterschied 180m
Einfach (Es ist möglich, auch wenn das Wetter unsicher ist.)
Trekking-Ausrüstung; eine Taschenlampe ist im Tunnel unerlässlich..
COL MARGHERITA
Rundwanderung am Passo San Pellegrino
Ein bisschen Geschichte…
Das Gebiet Col Margherita und Juribrutto . Dieser Teil der Front stellte den Eckpfeiler des italienischen Vormarsches dar. Die Gipfel waren Schauplatz erbitterter und blutiger Angriffe. Noch blutigere Kämpfe fanden jenseits der Forcella Juribrutto statt, auf dem südlichen Grat der Cima Bocche, wo die italienischen Soldaten der Brigata Tevere und die österreichisch-ungarischen Truppen mit aller Härte zusammenstiessen.
Alle diese von den Italienern unternommenen Kriegshandlungen hatten nicht das Ziel, einen Durchbruch ins Fleimstal (Val di Fiemme) zu erzwingen. Sie dienten lediglich als Ablenkungsmanöver, um Truppenverschiebungen der Österreicher an die Isonzo-Front zu verhindern. Die oft beklagte Missachtung des menschlichen Lebens durch die Generalstäbe fand hier eine weitere traurige Bestätigung: Man verlor sich in hartnäckigen, aussichtslosen Sturmangriffen auf absolut uneinnehmbare Stellungen.
Das Gebiet am Bergrücken und auf dem Gipfel des Juribrutto ist bis heute gut erhalten.
Im letzten Abschnitt, am Col de le Palue, kann man zudem die erst kürzlich restaurierten italienischen Galerien besichtigen.
Dolomiten zum Staunen…
Tief durchatmen, neue Kraft tanken und den atemberaubenden Blick genießen: Von hier oben reicht die Aussicht über die Pale di San Martino, das Lagorai-Massiv, den Latemar, den Catinaccio, den Sassolungo, die Kämme der Monzoni– und Costabella-Gruppe, die Marmolada, den Pelmo und die Civetta.
Routenvariante…
Eine mögliche Variante der vorgeschlagenen Route ist der Anstieg zur Cima Bocche in 2745 m Höhe. Von der Forcella Juribrutto folgst du anschließend dem Wanderweg Nr. 628.
Für diese alternative Route solltest du etwa 1 Stunde und 15 Minuten zusätzliche Gehzeit einplanen.
Passo S.Pellegrino (Seilbahn Col Margherita) 1918m
Passo S.Pellegrino – (Malga)
4h 30m (mit einem Aufstieg zur Cima Juribrutto 5h 30m) Wenn Sie die Seilbahn nicht benutzen, dauert die Strecke etwa zwei Stunden länger.
Maximale Höhe 2691m – Höhenunterschied 720m (mit einem Aufstieg zur Cima Juribrutto 820m) davon 650 m mit der Seilbahn.
Mittel
Hochgebirgsausrüstung, Sicherungsschlinge, Helm und Stirnlampe für die Besichtigung der Tunnel am Col de le Palue.
KREMM DER COSTABELLA
Rundwanderung am Passo San Pellegrino
Ein bisschen Geschichte…
Im Mai 1915 kam es auf den weiten Almwiesen des Passo San Pellegrino zu den ersten italienischen Grenzübertritten in das damalige österreichische Gebiet.
Die Österreicher waren jedoch gut vorbereitet: Kurz hinter dem Pass sowie am darüber liegenden Passo delle Selle hatten sie sich verschanzt und sogar ein kleines Dorf errichtet.
Damit war jeder Versuch eines Vorstoßes in Richtung Fassatal (Val di Fassa) von vornherein blockiert.
Der italienisch-österreichische Konflikt verlagerte sich daraufhin auf den Grat der Costabella. Hier führeten verschiedene Ereignisse ,auf Kosten grosser Verluste,zu ständigen Verschiebungen der Frontlinie.Gipfel, die in italienischer Hand wahren, wurden wenige Tage später wieder österreichisch.
Besonders erwähnenswert ist die Schlacht vom März 1917 um die Cima Costabella: Tonnen von Blei und Granaten schlugen auf die Stellungen ein und hatten für die dort stationierten italienischen Soldaten verheerende Auswirkungen.
Ende Oktober desselben Jahres durchbrachen die Österreicher die Front am Isonzo. Die Dolomitenfront wurde daraufhin aufgegeben, und in diese Berge kehrten Frieden und Stille zurück. Das Gebiet ist bis heute bemerkenswert gut erhalten: Man findet zahlreiche Kavernen, Schützengräben, Stellungen und Barackenfundamente.
Im ersten Abschnitt findet man die gut erhaltene Unterkunft der österreichischen “Kaiserschützen”. Am Ende der Wanderung bietet sich ein Besuch des italienischen Beobachtungspostens an. Er beherbergt die ständige Ausstellung „Krieg dem Krieg“ (Guerra alla Guerra).
Diese Ausstellung besteht aus einer Reihe von Schautafeln, die im Sommer 2005 auf den Berg gebracht wurden. Sie zeigen eine Sammlung von Fotografien des deutschen Anarchisten Ernst Friedrich, die erstmals 1924 veröffentlicht wurden und die Grausamkeiten des Krieges schonungslos anprangern. Zerstörungen, Massengräber, Hinrichtungen und von der Artillerie verwüstete Schlachtfelder werden hier in ihrer ganzen Grausamkeit dargestellt.
Dolomiten zum Staunen….
Aussichtspunkt entlang der Strecke mit wunderschönem Blick auf die Catinacciogruppe, den Sassolungo,die Sellagruppe, den Pordoi, die Marmolada, die Pale di San Martino sowie auf den Pelmo und auf die Civetta.
Passo S.Pellegrino
Passo S.Pellegrino – Sesselbahn Costabella
5h (3h percorrendo metà percorso su sentiero 604/a). Non utilizzando la seggiovia si allunga il percorso di circa 50 minuti
2759m
Mittel
Hochtourenausrüstung, Sicherungsschlinge, Helm und Stirnlampe.
CIMA BOCCHE
Rundwanderung am Passo San Pellegrino
Ein bisschen Geschichte…
Die erste österreichisch-ungarische Frontlinie verlief durch das Travignolotal, ein Stück oberhalb von Paneveggio, und stieg dann den gegenüberliegenden Hang hinauf bis zur Cima Bocche. Das Gebiet Cima Bocche stellte den Eckpfeiler der österreichischen Verteidigung in diesem Frontabschnitt da.
Im Jahre 1915 versammelten sich riesige Truppenkontingente auf den Gipfeln. Die Kosten für die Instandhaltung in Bezug auf Technik und Aufwand zur Schaffung lebenswerter Bedingungen zu jeder Jahreszeit wurden unkalkulierbar.
Der Bau von Seilbahnen war eine grosse Erleichterung für die endlosen Trägerkolonnen. Diese gelangten jedoch nicht überall hin, so blieben der Transport auf Schultern oder mit Maultieren oft die einzigste Möglichkeit.
Nach einem besonders harten und schneereichen Winter 1916, der viele Todesopfer forderte– vor allem durch Lawinen im Frühjahr –, entbrannte der erbitterte Kampf um die Kontrolle der Cima Bocche. Am frühen Morgen des 20. Juli 1916 gelangte das 1. Bataillon der Brigata Tevere durch einen Überraschungsangriff bis unmittelbar vor die österreichischen Linien. Die Reaktion war jedoch so heftig, dass sich die Italiener zurückziehen mussten ,sich aber ,in unmittelbarer Nähe zu den gegnerischen Stellungen, verschanzen konnten. Die Kämpfe dauerten den ganzen Sommer über an, bis zur letzten Aktion am 3. November 1916: Der italienischen Armee, die bereits rund 2.000 Männer verloren hatte, gelang die Erstürmung eines strategisch wichtigen Punktes, des sogenannten „Beobachtungspostens“. Sie konnte ihn jedoch nur kurz halten.
Die Österreicher führten einen Gegenangriff durch und ließen dabei 200 Tote am Boden ,vor den verlorenen Stellungen, ,zurück.Nach fünf Tagen erbitterten Nahkämpfen gelang es ihnen,den Außenposten zurückzuerobern.
Heute zeugen, entlang des gesamten Bergkamms der Cima Bocche und auf dem gut ausgerüsteten Gronton-Pfad, zahlreiche Überreste aus dieser Zeit: Schützengräben, Stellungen, Laufgräben, Treppenanlagen und die Fundamente alter Baracken sind heute stumme Zeugen jener Epoche.
Dolomiten zum Staunen…
Die majestätischen Gipfel des Lagorai-Massivs, der Pale di San Martino, des Latemar, der Catinaccio, des Sassolungo, der Monzoni-Gruppe, der Costabella-Kämme und der Marmolada begleiten dich während der gesamten Strecke.
Routdenvariante…
Dieser Rundweg kann auch in umgekehrter Richtung bewältigt werden ,indem man dem Aufstieg von der Ortschaft Fango folgt und über den ausgebauten Gronton-Pfad – Cima Bocche weitergeht. Gehzeit ca. 4 Stunden und 30 Minuten. Für den Rückweg zur Bergstation der Alpe-Lusia-Lifte solltest du etwa 3 Stunden einplanen. Falls du die Seilbahn nicht nutzen möchtest, verlängert sich die Wanderzeit um weitere 2 Stunden. Der Höhenunterschied der Strecke beträgt 1300 Meter.
Bergbahnen Alpe Lusia – Bergstation Le Cune, 2.200 m
Fango ( San Pellegrino . Tal) 1643m
3 Stunden bis zum Cimon di Bocche (3 Stunden 45 Minuten über die Klettersteig-Variante „Gronton“). 3 Stunden 30 Minuten für den Rückweg nach Fango über die Wege 634 und 625
2745m
Mittel
Hochgebirgsausrüstung (Sicherungsset und Helm nur auf dem gesicherten Gronton-Steig)

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