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    Lokale Architektur

    Die Tabià

    Die Tabià: Unsere traditionellen Heuscheunen,ein Beispiel für lokale Architektur

    Die Tabià sind alte, traditionelle Bauwerke des ladinischen Dolomitenraums.

    Sie dienten einst als Lager für Heu, landwirtschaftliche Produkte und verschiedene Arbeitsgeräte. Der Bereich im Erdgeschoss diente als Stall. In unserem Val del Biois sind die Tabià besonders zahlreich und oft gross.

    Dies ist ein klares Zeugnis für eine Region, die einst ganz der Viehzucht und der Heuernte gewidmet war.

    Jedes Haus hatte einst seinen eigenen Tabià.

    Dieser konnte in einiger Entfernung zum Hauptgebäude stehen, oder bildete eine bauliche Einheit mit dem Wohnhaus. Die ältesten Tabià wurden aus ganzen Baumstämmen nach der Blockbautechnik erbaut. Die neueren Tabià hingegen wurden aus Holzbrettern gefertigt.
    Die Räume im Inneren der Tabià waren streng nach ihrer Nutzung aufgeteilt. Da gab es „la staleta“ oder „stalòt“, eine kleine Nische neben dem eigentlichen Stall.

    Es gab „la dèda“, eine Art angeschlossenes Depot. Der Raum namens „il solèr“ eignete sich perfekt zum Trocknen von Heu oder zum Reifen anderer Feldfrüchte( dieser Bereich war meist nach Süden ausgerichtet). Dann gab es „l èra basa“, das erste Stockwerk der Scheune, e „l èra auta“, das zweite Stockwerk. Schließlich bezeichnete „l’archèr“ das Dachgeschoss.

    An den aus Brettern gebauten Scheunen bemerkt man oft „le barconéle“. Das sind kunstvolle Sägearbeiten in verschiedenen Formen. Sie waren nicht nur ein wunderschönes Dekorelement, sondern erfüllten auch die wichtige Funktion die Räume gut zu durchlüften. Auf dem Firstbalken der Tabià war immer das Baujahr eingraviert. Oft wurden auch die Sanduhr als Zeichen der Zeit und „l segn de ciasa“, das Symbol der Eigentümerfamilie, eingeschnitzt. Daneben hing stets ein geweihtes Metallkreuz.

    In irgendeiner versteckten Ecke della Scheune wurden oft gesegnete Gegenstände wie Münzen oder Rosenkränze versteckt, sie dienten als spiritueller Schutz vor Bränden.
    Die Tabià repräsentieren unsere tiefen kulturellen Wurzeln. Sie stellen das Symbol des ländlichen Gedächtnisses des ladinischen Territoriums dar. Aus diesem Grund wurde ihre Nutzung in letzter Zeit strengen Auflagen unterworfen oder in gewissen Fällen sogar ganz untersagt.

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